Was ist eigentlich Capoeira ?
Capoeira ist ein brasilianischer Kampfsport.
Sie entstand vor ca. 300 Jahren zur Zeit der Sklaverei und ist eng mit dem Widerstand der schwarzen Sklaven Brasiliens verbunden. Sie wurde von ihnen zur Verteidigung und Selbstbehauptung gegen ihre Herren entwickelt. Dabei tarnten sie ihre Übungen als Tanz. Die begleitende Musik und die tänzerischen, teils akrobatischen Bewegungen waren auch Ausdruck ihrer Gefühle und der Sehnsucht nach Freiheit.

Nach der Abschaffung der Sklaverei, 1888, blieb die Capoeira weiterhin per Gesetz verboten. Zahlreiche Banden benutzen sie jedoch, um sich gegen ihre Rivalen durchzusetzen.

Trotz des fortwährenden Verbotes und der Verfolgungen überdauerte die Capoeira drei Jahrhunderte. Sie wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durch einen herausragenden Capoeira-Kämpfer, Mestre Bimba, aus der Illegalität geholt.
Ihre Legalisierung machte den Weg zum Massensport auch für die weiße Bevölkerung frei. Nach einer Institutionalisierung und Reglementierung erkannte der brasilianische Sportbund 1974 die Capoeira als nationale Sportart an. Mittlerweile wird Capoeira auch an brasilianischen Schulen und Universitäten gelehrt, und hat einen festen Platz in der Gesellschaft gefunden.
Die Capoeira hat im letzen Jahrzehnt auch in Europa und den USA enormen Zulauf erlebt, jedoch ihre Besonderheiten und Traditionen erhalten können.

Anders als andere Kampfsportarten ist Capoeira stets von Musik begleitet. In der Capoeira mischen sich Kampf und Tanz, Akrobatik und Musik zu einem „Spiel“. Spielfläche ist die „Roda“, ein von den Teilnehmern gebildeter Kreis. Ziel des Spieles ist es nicht, durch Aggression zu "punkten", sondern durch geistige und körperliche Geschicklichkeit den anderen in Angriff, Abwehr und Eleganz des Spieles zu übertreffen.

Daher ist alles, was man für das Spiel der Capoeira braucht, ein gesunder Körper und vor allen Dingen ein klarer Kopf. Capoeira vermittelt ein gutes Körpergefühl und fördert die Beweglichkeit, motorische Koordination und Kondition. Voraussetzung ist nicht ein bestimmten Alter oder Geschlecht, sondern Spaß an Bewegung, Musik und Gesang.